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Montag, 27. August 2012

Epilog (Staffel 2)

»Ich bin über deinen Fall von Holly Diaz und deiner Familiengeschichte bestens informiert.« fing Nathan an. Als ob ich das nicht schon geahnt hätte... »Eigentlich wurdest du auch nur aus einen einzigen Grund angestellt...« verriet mir Nathan. »... um Informationen und geheime Dokumente über deinen Onkel preiszugeben.« »Meinen Onkel? Willst du damit andeuten, meine Verwandschaft besteht aus Verbrechern?« Ich war verärgert darüber, das Nathan einfach eine Behauptung in den Raum warf. Doch er schüttelte nur den Kopf. »Du verstehst nicht ganz. Ich habe gesagt, das ich bestens über deine Familie Bescheid weiß. Normalerweise werden eine Menge Tests und Prüfungen angestellt, bevor man ins CSI kommt. Doch bei dir war es eine kleine Ausnahme, wie du feststellen wirst. Oder hättest du erwartet, das es wirklich so schnell geht, das man gleich ein eigenes Büro bekommt?« Natürlich kam es mir etwas suspekt, das ich die Stelle ohne weitere Probleme bekam. Aber wer konnte da ahnen, das es etwas mit meinen Onkel zu tun haben könnte? Ich zermatterte mir das Hirn und überlegte, wer dafür in Frage kommen konnte. Ich ging sämtliche Familienfeiern durch, doch jeder erschien mir bis dahin normal. Oder gab es eigentlich noch Verwandte, die außerhalb von Norwegen? Ich nickte und wartete ab, was Nathan noch zu berichten hatte. Denn ich hatte das Gefühl, das war längst noch nicht alles. »Natürlich musste man irgendwie deine Aufmerksamkeit errgen.« sprach er weiter und lächelte geheimnissvoll. »Die kleine Holly kam dabei ins Spiel.« lachte er und schaute mich triumphierend an. Meine Augen weiteten sich. »Du hast sie doch nicht etwas umgebracht!?« stieß ich hervor. »Nicht ich habe es getan, sondern jemand anderes. Es gibt gewisse Leute, die die Drecksarbeit für einen machen.« Mein Blick verfinsterte sich. »Wenn du ein kaltblütiger Mörder bist, wer war dann der Mann, der die ganzen Wochen vor mir stand?« Ich kniff meine Augen zusammen und schaute ihn an, entäuscht darüber, abermals von jemanden verraten, den ich vertraut hatte. Nathan trat einen Schritt auf mich zu. »Interpol. Mit den Auftrag, letzte Hinterbliebene aufzuspüren.« antwortete er. Ich begann, kleine Puzzleteile aneinander zu fügen. »Das Medaillon.« rief ich. »Wolltest du sicher gehen, das es das Bild meines Onkels ist? Hast du dich in der besagten Nacht desshalb an meinen Privatsachen vergriffen?« Er nickte. »Das ist richtig. In dem Moment wurde mir klar, das ich auf der richtigen Spur war. Nun musste ich es mir nur noch wiederbeschaffen.« Weitere Puzzleteile fügten sich zusammen, was mir heftige Übelkeit verursachte. »Das die ältere Dame umgebracht hast, ist deine Schuld.« zitterte ich leicht und schlang meine Arme um den Oberkörper. Ob es an der Kälte lag oder Skruppelossigkeit von Nathan konnte ich nicht ganz beantworten. »Kein Wunder das du so gelassen reagiert hast, als jemand umgebracht wurde. Und es war bestimmt kein Zufall, das du mitten in der Nacht an dem Haus der älteren Dame vorbeikamst.« überlegte ich laut und stockte. Die ältere Dame meinte, das wäre ihr Mann. Aber dann dürfte die ältere Dame doch nicht tatsächlich meine Tante sein? Ich war verwirrt und hielt meine Hand vor den Mund. Gesprächsfetzen tauchten auf und nun ergab für mich vieles einen Sinn. Es war eine Lüge von ihr, zu behaupten, sie hätte eine Enkelin namens Lauren. In Wirklichkeit handelte es sich dabei um eine Nichte, und das musste ich sein! Mir stockte der Atem und mein Mund fühlte sich staubtrocken an. Aber sie sah so ... alt aus. War es möglich, das Mom eine ältere Schwester hatte? »Du tust so überrascht.« stellte Nathan fest. »Ich dachte, das hättest du gewusst.«

»Ich bin erstaunt über deine Kombinationsgabe. Warum ist dir das nur nicht viel früher aufgefallen?« Nathan zuckte belustigt die Schultern. Ich ballte meine Hände zu Fäusten. »Aber jetzt, wo du fast die ganze Geschichte kennst... sollten wir langsam zum Ende kommen. Wer könnte da eine bessere Rolle spielen als Reece?« Ich ahnte, das auch er in eine Falle getappt war. Und das lies mich Nathan auch sofort wissen. »Schließlich mussten wir ja auf irgendjemanden den Verdacht lenken. Ein paar manipulierte Beweise vom Tatort und schon war es geschafft. Der perfekte Sündenbock. Deine Entführung, schätze ich, war eine Kurzschlussreaktion. Aber dies ermöglichte mir, dich entgültig zu stellen.« Ich begann zu lächeln. »Bist du fertig? Oder hast du noch etwas hinzuzufügen?« Ich warf einen Blick auf die gesamte Runde. Das Licht hier oben war spärlich und ich konnte nur vermuten, wo wer stand. »Eine letzte Nachricht möchte ich dir noch mitteilen.« rief Nathan und zog nebenbei seinen Revolver hervor. »Dein Onkel ist bereits verstorben. Jetzt ist es Zeit, ihn zu besuchen.« Ich lächelte wieder in die Runde, ein kleines Abschiedslächeln, ehe ich mich auf das Ende vorbereitete. Der Wind blies erneut in meine Haare. Es war ein komisches Gefühl. Ich hätte nie erwartet, an so einen Ort zu sterben. Ich warf einen Blick in die Tiefe. Unter mir konnte Verkehrsgeräusche wahrnehmen. Ich fragte mich, welche Methode wohl am schnellsten gehen würde - ein einziger Schuss oder der Sprung aus einen sechsstöckigen Krankenhaus? Die Entscheidung wurde mir abgenommen, als in den Moment ein Schuss fiel. Ich hörte einen Schrei, doch er kam nicht von mir. Ich drehte meinen Kopf etwas zur Seite und sah, das Liam auf mich zugerannt kam. Ich hob meine Hand, spürte aber im nächsten Moment einen stechenden Schmerz. Die Wucht trieb mich über den Rand hinweg und ich spürte, wie ich keinen festen Boden mehr unter den Füßen hatte. Der Horizont hing schief und ich mich erreichten weitere Schreie. Ich wollte nach etwas greifen, schauen, wer es war, doch ich bekam nur Luft zu greifen. Es nützte nichts und ich schloss die Augen. Vielleicht war es besser so. Eine letzte Silhouette konnte ich erkennen, ehe es entgültig schwarz um mich wurde.

Kapitel 52

Danach ging alles ganz schnell. Viel zu schnell. Denn ehe ich mich versah wurde ich gewaltsam gegen die Wand gedrückt. »W-Was soll das...!?« brachte ich hervor, doch der Druck wurde dadurch nur noch verstärkt. Es war eine äußert unbequeme Lage und meine Muskeln begannen bald zu schmerzen. »Sie haben das Recht zu Schweigen!« rief der Beamte mir zu, der mich festhielt. Dadurch, das ich keinen Widerstand leistete, hoffte ich, das sie loslassen würden. Doch meine Hoffnung wurde nicht erfüllt. Als die Tür zum Krankenzimmer aufging, weiteten sich meine Augen vor Schreck. Wenige Meter vor mir stand mein Vorgesetzter, Cheryl, Nathan... ja sogar Liam. Was zum Teufel hatte das alles zu bedeuten!? Ich wollte mich losreißen und zu Liam rennen, doch kaum hatte ich mich einen Zentimeter bewegt, wurde ich gewaltsam auf den Boden geschleudert. Ich kam hart auf und für einen Moment tanzten mir Sterne vor den Augen. »W-Was hat das nur zu bedeuten?« wiederholte ich. Ich sah zu Liam herüber und konnte nicht ganz deuten, was er zu fühlen mochte. War es Schmerz? Mitleid? Sorge? Oder Überraschung? Seine Miene war unergründlich. Doch da gab es etwas. Sein Körper begann zu zucken, beinahe so, als würde er jeden Moment zu mir herübergelaufen kommen. »Laurie, ich...« fing er an und hob eine Hand. Doch ein Beamter, der unmittelbar neben ihn stand, wehrte die Geste mühelos ab. »Bleiben Sie, wo Sie sind!« befahl er. Mein Blick galt Cheryl, und ihr Gesicht sah äußert besorgt aus. Sie hielt eine Hand vor den Mund und konnte nicht ganz glauben, was sich da vor ihren Augen abspielte. Ich wollte eine Erklärung für das Ganze. Doch ich bekam keine. Schließlich blieb mein Blick an Nathan hängen. Wie lange hatte ich ihn nicht mehr gesehen? Etwas Kaltes umspielte seine Züge, was mich erschaudern ließ. Er kam näher auf mich zu, ohne, das jemand dazwischentrat. Als der Abstand nur noch wenige Zentimeter betrug, kniete er sich vor mich. Nur mit Mühe konnte ich meinen Kopf heben. Mein Nacken tat schrecklich weh. »Was willst du?« brachte ich mühsam hervor und schaute ihn unsicher an. Mir wurde heiß und kalt zugleich, als er mich mit einen wissenden Lächeln betrachtete. Ich zuckte unter seiner Berührung zusammen, als er mein Kinn berührte. Warum blieb Liam in solch einer Situation nur so ruhig? »Ich möchte dir etwas erzählen, Laurie.« fing Nathan an. Ich nickte etwas und richtete nun meine volle Aufmerksamkeit auf ihn. »Der ganze Mord an Holly Diaz war nur eine Falle.« Seine Worte mussten erstmal auf mich wirken. Und im ersten Moment kapierte ich gar nicht, was er mir sagen wollte. Erst nach und nach wurde mir bewusst, was das zu bedeuten hatte. »Eine Falle?« wiederholte ich ungläubig. »Aber warum?« Mir fing der Kopf schon vor Fragen an zu schwirren. Es herrschte das totale Chaos im Inneren. »Genau. Eine Falle um...« Er machte eine kunstvolle Pause und noch ein Lächeln umspielte seine Lippen. »...an deine Familienangehörige ranzukommen.« Familienangeörige!? Jetzt verstand ich gar nichts mehr. Das schien Nathan zum Lachen zu bringen und bald erfüllte es den ganzen Raum. Niemand unterbrach ihn. Scheinbar war er in dieser Welt der Boss. »Natürlich verstehst du es nicht.« taddelte er mich, als er sich wieder beruhigt hatte und schaute mich liebevoll an. Doch es hatte ganz und gar nichts Gutmütuges an sich. Es machte mir schreckliche Angst.

»Du warst ja noch ganz klein.« sprach er weiter. Er hob eine Haarsträhne von mir an und ließ sie augenblicklich fallen. »Aber Blut ist dicker als Wasser, und das heißt für uns, wir müssen auch dir auf die Spur kommen.« Wäre ich nicht in der Mangel dieses Beamten, hätte ich Nathan am liebsten geschüttelt. Doch ich lag nach wie vor, fast unbeweglich auf den Boden. Ich wartete sehnlichst darauf, das Nathan weitersprach. Doch er tat es nicht. Stattdessen stand er auf und ließ mich mit noch mehr Fragen zurück. Was hatte das nun alles mit meiner Familie zu tun? Mit einer knappen Handbewegung wies er den Mann an, der mich festhielt, mich aufstehen zu lassen. Mühsam kam ich auf die Beine und mein Blick wirkte leicht verschwommen. »SAG MIR VERDAMMT NOCHMAL, WAS HIER LOS IST!« schrie ich und der Griff um meine Arme wirkte stählernd. Ich biss mir auf die Unterlippe. Nathan schaute zu Reece rüber, dann wieder zu mir. »Ich glaube, das ist nicht der richtige Ort dafür, dir die ganze Geschichte zu erklären.« Es enstand eine weitere Pause, als Nathan anfing, nachdenklich aus dem Fenster zu schauen. Es war ein Wunder, das Reece von den ganzen Krach nicht geweckt wurde. Und noch mehr erstaunte es mich, das niemand von Krankenhauspersonal bisher erschienen war.

Schließlich drehte sich Nathan wieder zu mir um und kam auf mich zurück. Ich zuckte etwas zurück, was ihm ein Lächeln entlockte. »Du musst keine Angst haben. Zumindest vorerst nicht...« Der Satz blieb in der Luft hängen. »Ich schlage vor, wir ziehen uns gemeinsam auf das Dach dieses Krankenhauses zurück.« Ich zog die Augenbrauen hoch. »Ist das dein Ernst?« Doch dann schaute ich auf Reece und entschied, das es wohl besser wäre, ihn nicht weiter zu stören. Ich warf einen Blick auf Liam, dessen ganze Sorge mir galt, wie ich erkennen konnte. Auch Cheryl stand angstvoll daneben, während mein Vorgesetzter skeptisch dreinschaute. So, als würde er abwarten, wie sich die Situation entwickeln würde. »Ok.« erwiederte ich schließlich und willigte ein. »Lass uns gehen.« Nathan ging vorraus. Und ich wurde sogleich hinterhergeschupst. Eigentlich dachte ich, es gäbe nur eine Art Aussprache? (Vielleicht war das ja doch alles ein Alptraum und ich wache gleich in der Pension auf...) zwischen uns beiden. Doch scheinbar legte es Nathan darauf an, Pupblikum dabeizuhaben. Erstaunlicherweise war ich die ganze Zeit hinweg ziemlich ruhig. Da keimte noch die Hoffnung, alles würde doch noch ein gutes Ende nehmen. Wir liefen eine Treppe hinauf, wobei mich mehrere Polizisten von den anderen, besonders von Liam, abschirmten. Als die eiserne Tür geöffnet wurde, wehte mir eine kühle Brise entgegen. Ich konnte die Lichter der Stadt erkennen und ein wehmütiges Gefühl stieg in mir auf. Nathan wies mich an, zu den äußerten Rand des Daches zu gehen. Nur eine kleine Mauer trennte mich vom Abgrund. Ich fügte mich und schaute Nathan, der am Nächsten von mir war, herausfordernd an. Die Situation begann, sich beinahe komisch zu entwickeln. Ich konnte mir tatsächlich ein kleines Lachen kaum verkneifen, was sich scnell zu einen hysterischen Gekichere entwickelte. Niemand brachte mich zum Schweigen, und als ich mich wieder beruhigt hatte, beugte ich meinen Körper weit nach vorne und lächelte hinter einen Vorhang von Haaren. »Es ist egal, wie es heute Nacht enden wird, oder? Egal, ob du mir nun meine Familiengeschichte offenbaren willst... es wird der sichere Tod sein. Habe ich Recht?« Ich schaute Nathan an, musste mich aber enorm behrrschen, keine Tränen zu verdrücken. Ich wollte nicht schwach sein. Nicht in diesem Moment. Es wäre nur ein weiterer Sieg für ihn. Nathan nickte. »Du hast Recht. Es wird dein Ende sein. Betrachte es als kleines Geschenk, was du mit ins Grab nehmen wirst.« Er zog einen Revolver hervor, die er aber sogleich wieder einsteckte. Ich nickte abermals und straffte meinen Körper. »Dann fange an.« Verlangte ich und der Wind strich mir durch das Haar.

Kapitel 51

Es war tiefste Nacht, als wir im Krankenhaus ankamen. Reece wurde sofort in der Notaufnahme untersucht, während ich draussen auf den Gang auf einen Plastikstuhl saß. Weit vorgebeugt vergrub ich mein Gesicht in meine Hände. Wie konnte es überhaubt so weit kommen? Ich schüttelte den Kopf und dachte abermals an das Versprechen an Holly. Es war zu verrückt, um es jemanden erzählen zu können. Resigniert dachte ich darüber nach, mich ebenfalls gleich einweisen zu lassen. »Ihr Freund ist über dem Berg.« riss mich eine Stimme aus meinen Gedanken. Ich schaute auf und sah in das Gesicht eines dunkelhäutigen Arztes. Er hielt ein Klembrett in der Hand und trug eine Brille. Seine gekräuselten Haare hatten einen leichten Grauschimmer. Und, er lächelte mich freundlich an. Ich nickte. »D-Darf ich zu ihm? U-Und was passiert nun mit ihm?« Die Antwort lag mir fast schon auf der Zunge. Doch ich wollte eine Bestätigung. Der Arzt trat näher heran. »Sie können ihn kurz sehen. Aber er ist noch nicht bei Bewusstsein.« Er hielt inne. »Er wird in eine Psychiatrie für Suchtkranke überwiesen. Dort wird man ihm helfen.« Genau, helfen... Das war mein einziger Gedanke. »Ich zeige Ihnen das Zimmer.« fing der Arzt an, als ich nichts darauf erwiederte. Ich stand auf und folgte ihm den Gang hinunter.

Was in den nächsten Stunden geschehen sollte, übertraf selbst meine kühnsten Träume. Ja, es war unglaublich, und ich hoffte, es handelte sich dabei um einen schlechten Witz. Aber dem war nicht so. Im Gegenteil... Ich setzte mich schweigend an das Bettende von Reece. Dieser lag regungslos da. Nur ein schwaches Piepen der Monitore waren zu hören. Betrübt und sogleich besorgt schaute ich ich ihn an. Gewiss lagen keine romantischen Absichten dahinter, viel mehr war mein einziger Wunsch, das er überlebte. Trotzdem hatte ich bis dahin noch nicht den Mörder von Holly gefunden. Ein kleiner Seufzer glitt über meine Lippen. Ich tappte völlig im Dunkeln. Doch was hatte Reece noch vor ein paar Tagen gesagt? Die Verdächtigen befänden sich im engeren Kreise... Sollte das etwa wieder bedeuten, das der Mörder jemand war, den ich kannte? Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken und ich schlang meine Arme um meinen Körper. Was, wenn der Mörder es auch auf mich abgesehen hatte? Ich schaute wieder zu Reece rüber und ging jede Person durch, die ich kannte. Liam konnte ich da wohl gänzlich ausschließen. Warum sollte er ein Mädchen umbringen, was er noch nie zuvor gesehen hatte? Cheryl kam an die Reihe. Auch wenn ich sie in letzter Zeit nicht mehr oft gesehen hatte, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, das sie einen Mord hätte begehen können. Oder etwa doch? Aber was würde sie wohl damit bezwecken? Damit würde sie garantiert ihren Job riskieren. Reece kam ebenfalls kaum in Frage. Auch wenn er mich entführt hatte, glaubte ich nicht daran, das er Holly umgebracht hatte. Zwar bin ich noch nicht dahinter gestiegen, wie er wirklich zu ihr stand, doch die zahlreichen E-Mails sprachen wohl für sich. Blieb also nur noch Nathan übrig. Und da begann ich, daran zu zweifeln, ob er wirklich so unbeteiligt war, wie er tat. Schließlich war er urplötzlich in mein Leben getreten. Und einige Male hatte er sich wirklich merkwürdig benommen... die Sache mit den Medaillon. Oder der Mord an der älteren Dame. Das schien ihn überhaubt nicht zu interessieren. Mir kam der schreckliche Gedanke, das er etwas damit zu tun haben könnte. Ich schauderte erneut, und das ließ Nathan in einen ganz neuen Licht dastehen. Das vertraute Bild von ihm, begann sich zu verzerren.

Die ganzen Überlegungen machten mich ehrlich gesagt etwas schläfrig. Doch ich wollte keineswegs im Krankenhaus übernachten. Ehrlich gesagt wusste ich auch nicht so recht, wohin ich überhaubt hin musste. Würde sich die Polizei eigentlich noch bei mir melden? Ich beschloss, mich auf die Suche nach einen Getränkeautomaten zu machen. Ok, es würde auch ein Wasserspender reichen, zumal ich sowieso kein Geld bei mir hatte. Ich schloss langsam hinter mir die Tür und ging den Gang hinunter. Obwohl tiefste Nacht war, war es erstaunlich ruhig. Nur manchmal kam mir jemand vom Personal entgegen. Déja-vu-Erlebnisse kamen in mir hoch und ließen mich nocheinmal meinen Krankenhausbesuch durchleben. Doch ich schob den Gedanken schnell beiseite, als ich tatsächlich einen Wasserspender fand. Natürlich war Wasser jetzt nicht das ultimative Aufpuschmittel, um wach zu bleiben, aber es war kostenlos. Ich machte mir meinen Becher reichlich voll und trat den Rückweg an. Ich wunderte mich etwas, als ich erblickte, das die Tür zu Reece´s Krankenzimmer einen Spalt offen stand. Vielleicht nahm ja eine Krankenschwester Blut ab oder so. Unbekümmert trat ich in das Zimmer und wollte etwas von Guten Abend sagen, doch vor Schreck fiel mir der Becher auf den Boden. Ungläubig starrte ich auf mehrere, uniformierte Personen.

Kapitel 50

Den Großteil des Tages verbrachte ich im Zimmer der Pension. Reece war die meiste Zeit unterwegs, und ich versuchte, mich mit Fernsehen abzulenken. Ich erwartete, das etwas schon in den Lokalnachrichten erschien, doch ich wurde entäuscht. Mit keinen Wörtchen wurde meine Entführung erwähnt, was meine Hoffnung sinken ließ. Ich fragte mich, was Liam tat. Ob er wusste, das etwas nicht stimmte. Ob er noch sauer auf mich war? Oder was war mit Nathan? Kümmerte es ihm, was geschehen war? Hatten er und Liam sich inzwischen 'vertragen'? Ich seufzte, als ich keine Antwort auf alle die Fragen fand. Langsam wurde es Abends, und ich ging an das Fenster. Dort unten auf der Straße sah ich Reece, wie er aus einen anderen Auto ausstieg. Ich hob meine Augenbrauen und wartete ab, bis er hochkam. Als sich die Tür öffnete, blieb ich noch einen Moment länger am Fenster. Ohne ein Wort der Begrüßung setzte er sich an den Schreibtisch und starrte vor sich hin. »Alles in Ordnung?« fragte ich vorsichtig und trat an seine Seite. »Nichts.« rief er und stand auf. Aus seiner Tasche holte er eine DVD-Hülle heraus. Verwirrt schaute ich ihn an. »Warst du etwa den ganzen Tag unterwegs, nur um das da zu kaufen?« Ein Grinsen schlich sich auf sein Gesicht. »Damit dir nicht langweilig wird.« antwortete er und zuckte mit den Schultern. »Außerdem habe ich mir schon lange keinen Film mehr angeschaut.« Ich nickte perplex und konnte es nicht ganz nachvollziehen, wie man in solch einer Situation eine DVD anschauen konnte. Dennoch musste ich mich dem fügen und setzte mich wieder zurück aufs Bett, wo Reece schon saß. Allerdings nahm ich soviel Abstand wie möglich, ohne aus dem Bett zu fallen. Die Sonne war bereits untergegangen und nur die Tischlampe erhellte das Zimmer. Hätte ich gewusst, bei was es sich um den Film handelte, hätte ich mich lieber unter die Decke verkrochen. Denn für Horrorfilme konnte ich mich noch nie begeistern. Sie folgten gleich in meiner Liste gleich nach dem kitschigen Liebesfilmen. Während ich gebannt auf den Bildschirm starrte, saß Reece ruhig neben mir. So, als wäre er zur Salzsäule erstarrt. Für mich war es beinahe etwas zu still. Verstollen schaute ich zur Seite und sah, das er sich irgendwelche Pillen in den Mund schob. »Was ist das?« fragte ich ihn und schaute ihn verwundert an. Reece lehnte seinen Kopf an die Wand und grinste mich wieder an. Doch es jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken, und das Flackern der Lichter im Fernseher machte das alles nur noch schlimmer. Er streckte seine rechte Hand aus und es kamen ein paar bunte, runde Tabletten zum Vorschein. Ich konnte vage ein paar Prägungen erkennen. Sie sahen so ungewöhnlich aus für normale Tabletten und schlagartig wurde mir bewusst, um was es sich dabei wirklich handelte: »Ecstasy!« rief ich erschrocken und sah ihn mit großen Augen an. Reece nickte kaum sichtbar und schob sich auch den Rest rein. Der Film war in diesem Moment vergessen. Ich wollte ihm die Tabletten aus der Hand schlagen, doch es war schon zu spät. »Spuck sie aus!« verlangte ich und ein verzweifelte Ausdruck legte sich auf meinen Gesicht. »Wieviel hast du schon von den Teilen genommen? Und woher hast du sie überhaubt her!?« Meine Stimme klang panisch und ich schrie beinahe. Ich rüttelte an ihm wie verrückt und hoffte, das er sie noch nicht runtergeschluckt hatte. Die köperliche Nähe war mir in diesem Moment vollkommen egal. Ich redete abermals auf ihn ein, als Reece mich plötzlich packte, und aufs Bett drückte. Auf sein Gesicht erschien ein hitziger, zugleich erregter Ausdruck. Hatte er vor,mich zu vergewaltigen? Wie aufs Stichwort drangen erneut Erinnerungen in mein Bewusstsein. Und diesmal wollte ich es nicht soweit kommen lassen.

Ich kam zu den Entschkuss, das er schon vor mindestens einer halben Stunde die ersten Tabletten reingeworfen haben musste. Sein Griff war erstaunlich stark, doch ich hatte dennoch etwas Bewegungsfreiheit. Ich spürte seinen Atem an meinen Hals, wollte mich aber davon nicht beirren lassen, um in einen Schockzustand zu verfallen. Seine Küsse wurden immer eindringlicher und ich setzte alles daran, mich mit den Füßen zu verteidigen. Wie nicht anders zu erwarten, funktionierte dieses Methode nicht wirklich. Und Reece wurde immer aufdringlicher. Zu blöd, das dieses Oberteil, was ich bekommen hatte, Knöpfe hatte. Denn nun machte er sich daran, mit leicht zittrigen Fingern diese zu öffnen. Viel Zeit blieb mir also nicht und ich begann, nach passenden Gegenständen Ausschau zu halten, mit dem ich bewusstlos schlagen könnte. Es war eine Blumenvase, die ich hinter mir zu greifen bekam. Ohne zu zögern schlug ich auf Reece ein und ließ das Glas auf seinen Kopf splittern. Einen Moment lang glaubte ich, es hätte keinen Sinn gehabt. Doch dann zeigte er eine Regung und fasste sich plötzlich an seine Brust. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, das nach einen Schlag plötzlich Atemnot ausgelöst werden könnte. Doch nun rang Reece deutlich nach Luft. Erstickte Laute drangen aus seiner Kehle und er krümmte sich vor Schmerz. Aus seinen Mund begann, eine schleimige Konsistenz herauszutropfen, was sich allerdings nicht als Blut herausstellte. Mir wurde klar, das dieses Ecstasy seine volle Wirkung entfaltete. »M-Mein Herz...« keuchte Reece und schaute mich verzweifelt an. Ich musste sofort etwas unternehmen und den Krankenwagen rufen! Doch wie sollte ich das anstellen, wobei ich noch am Fuß gefesselt war? Ich musste die Kette los werden und nach unten rennen, um an der Rezeption den Krankenwagen anrufen zu können. Doch als Erstes schaltete ich im Raum das große Licht an, um die Fesseln genauer begutachteten zu können. Glücklicherweise befand sich daran ein Schloß, was bedeutete, das es dazu einen Schlüssel gab! »Der Schlüssel, Reece! Wo ist er?« rief ich und schaute zu ihn herüber. Sein Zustand hatte sich noch immer nicht gebessert und die Zeit lief gegen uns. Warum verdammt hatte er auch das Telefon entfernt!? Als ich keine Antwort erhielt, sprang ich im Zimmer hin und her und durchsuchte jede Schublade und Tasche. Mein Herz raste und ich hatte Angst, das Reece vor meinen Augen hier sterben könnte.

Endlich entdeckte ich einen kleinen Schlüssel in seiner Jackentasche und schloss mit zittrigen Fingern auf. Ich fühlte mich gleich ein Stück freier und stürzte auf die Tür zu. »Ich komme gleich wieder!« rief ich über die Schulter hinweg und rannte nach unten. Dabei nahm ich gleich zwei Stufen auf einmal, und ich musste aufpassen, das ich nicht die Treppe herunterflog. Ausser Atem kam ich an der Rezeption an und schilderte in unvollständigen Sätzen mein Anliegen. Als ich wieder nach oben rannte, sah ich Reece in seinen Erbrochenen liegen. Der Geruch war alles andere als reizend, doch ich fühlte an seinen Hals seinen Puls. Er ging sehr schwach, doch er lebte. »Du musst durchhalten, hörst du?« rief ich. »Der Krankenwagen ist gleich da. Und dann wird es dir bald besser gehen.« Zumindest hoffte ich es. Meine Gedanken rasten und ich wusste nicht so recht, was ich tun könnte. Ich stiefelte im Zimmer hin und her, bis ich endlich die Blaulichter sehen konnte. Binnen weniger Minuten kamen Sanitäter reingestürmt und versorgten Reece. Ich blieb am Fenster stehen und betrachtete die Szene mit Schrecken. Jemand legte eine Decke um mich, dich ich dankbar annahm. »Geht es Ihnen gut?« wollte der Mann wissen, der mir die Decke gegeben hat. Ich schaute ihn einige Sekunden verwirrt an, ausser instanden, seine Frage zu beantworten. Schließlich nickte ich. »I-ich glaub schon.« antwortete ich. »K-Kann ich vielleicht mit ins Krankenhaus?« Der Mann, der bestimmt davon ausging, das Reece mein Freund war, stimmte dafür und nickte. Die nächsten Stunden nahm ich nur noch durch eine Art Schleier wahr. Entführung hin oder her, Reece war in Sachen Mord an Holly unschuldig. Erst jetzt verstand ich Hollys unzählige Nachrichten an Reece, wo sie ihm helfen wollte. Er hatte ganz offensichtlich ein Drogenproblem.

Kapitel 49

Nach ca. einer halben Stunde kamen wir in eine weitere Stadt namens Jersey Shore an. Ich zweifelte etwas daran, das man hier tatsächlich einen Klamottenladen fand. Naja... ich lebte auch in der Vorstellung, das sie mindestens eine Etage eines Einkaufscenters einnahm. Tatsächlich gab es einen mittelgroßen Laden. Es stellte sich aber bald raus, das es ein Second-Hand-Laden war. »Ist Madam etwa nicht zufrieden, das sie gebraucht sind?« rief er. Mittlerweile hatte er sich etwas beruhigt, doch es schwang immer noch ein gereizter Unteron mit. Er musste grad sowas sagen! Wer trug denn da die teuersten Designerklamotten? Ich schüttelte den Kopf. »Nein, natürlich nicht.« Was nur der Halbwahrheit entsprach. Nachdem wir das Thema im Auto ausdisskutiert hatten, folgte Reece mir tatsächlich in den Laden. Eine Frau mittleren Alters mit schulterlangen, braunen Haaren begrüßte uns ebenfalls überaus freundlich. Mir war es etwas unangenehm, in einen Second-Hand-Laden nach Unterwäsche zu fragen. Gab es sowas überhaubt zu kaufen? Die Frau war über meine Frage, die ich ganz vertrauensvoll in Flüsterton stellte, anfangs etwas verwirrt. Meine Befürchtung wurde wahr, als sie mich vorwarnte, das es sich um die Unterwäsche, die sie anbot, ganz bestimmt keine Katalogware war. Inständig hoffte ich, das es keine Riesen-Schlüpfer waren... Während die ältere Dame im hinteren Teil des Raumes verschwand, schaute ich mich ein wenig um. Ich hätte nie erwartet, das es auch Second-Hand schöne Kleidung gab. Ich sah ein bezauberndes Oberteil mit Rüschen. Und eine etwas abgetragende Jeans in schwarz. Ich schaute an mir herunter. Neue Kleidung, ob gebraucht oder nicht, wäre nicht schlecht. Ich warf einen Blick auf Reece, der sich desinterssiert einige Hemden anschaute. Als ich neben ihn trat, setzte ich mein lieblichstes Lächeln ein. Reece schien meine Gedanken erraten zu haben. »Lass mich raten; du hast noch etwas gefunden?« Ich nickte schüchtern und zeigte ihm das Oberteil und die Jeans. Er begutachtete sie mit stirnrunzelnden Blick, stimmte aber dennoch zu, sie ebenfalls zu kaufen. In dem Moment kam die Frau wieder nach vorne und trat an unsere Seite. Die gute Nachricht war, es waren keine Riesen-Schlüpfer. Aber wie sie erwähnt hatte, war es auch keine Katalogwäsche. Es handelte sich um Hot-Pants-Ähnliche-Teile. Doch ich gab mich mit dem zufrieden. Blöd nur, das Reece daneben stand, der sich ein kleines Grinsen nicht verkneifen konnte. Rasch nahm ich die Sachen an mich und wir gingen nach vorne zur Kasse. Unglaublicherweise zahlten wir, naja, bzw. Reece nur 40 Dollar. Äußert zufrieden stieg ich in das Auto ein und begutachtete während der ganzen Fahrt meine kleinen Schätze.

Der Tag neigte sich langsam den Abend zu. Wir kamen in der Pension an, als die Sonne schon längst untergegangen war. Ich war müde und wollte nur noch schlafen. Dabei kam es mir gar nicht mehr in den Sinn, das Reece wohl seine Drohung wahrmachen würde. Die Müdigkeit war stärker und war mir letztendlich egal. Auch wenn unser Zimmer zweckmäßig eingerichtet war, enthielt es neben dem Bett einen Fernseher, eine kleine Kommode, einen großen Schrank und ein kleines Bad. Und ein kleiner Tisch stand an der Wand mit einen Stuhl, der als Schreibtisch dienen sollte. Ich schnappte mir die Fernbedienung und zappte mit halber Aufmerksamkeit durch die Programme. Beinahe vergaß ich, das ich hier eigentlich die Geisel war und keinen Urlaub machte! Der Schlaf überrannte mich förmlich. Ich merkte noch, wie Reece an mir herantrat. Da das Licht im Zimmer eher gedämpft war, konnte ich nicht so recht erkennen, was er in der Hand hielt. Er beugte sich runter zu meinen Bein und ich spürte etwas Kaltes. Verwirrt schaute ich nach unten. »Keine Handschellen?« fragte ich erstaunt. Ich sah, das eine lange Kette quer durch den Raum zog. Dessen Ende konnte ich nicht ausmachen. »Während ich weg bin, kannst du dich hier frei in den Zimmer bewegen. Schließlich wirst du wohl auch auf Toilette müssen, oder? Sobald ich wieder zurück bin, nehme ich sie wieder ab. Und das Telefon habe ich zur Sicherheit auch entfernt. Erneut erteile ich dir den Rat, keine Dummheiten anzustellen.« Finster schaute er mich an und ich nickte, soweit es mir noch möglich war. Mir fielen bald die Augen zu. Als Reece sich erhob, schaute er noch einen Augenblick länger auf mich herab. »Ich komme in ein paar Stunden wieder.« rief er und ging zur Tür hinüber. »Ist ok. Viel Spaß.« murmelte ich und machte mich im Bett bequem. Noch immer war mir etwas mulmig zumute, gefangen zu sein. Doch das Wichtigste war, das ich ein Bett hatte. Und mich Reece größtenteils in Ruhe ließ. Während der Fernseher im Hintergrund weiterplärrte, versank ich in Träume.

Erstaunlicherweise hatte ich die Nacht gut geschlafen. Als ich die Augen aufschlug, dachte ich sogar für den Bruchteil einer Sekunde, ich wäre daheim, bei Liam. Doch die Realität holte ich mich ein und ich setzte mich auf. Ich schaute mich um und erblickte Reece auf den Stuhl im Zimmer. »Seid wann bst du wach?« fragte ich und rieb mir die Augen. »Eine ganze Weile.« antwortete er knapp und beobachtete mich weiter. Ich wollte gerade aus dem Bett steigen, da fiel mir auf, das ich immer noch diese Fußfessel umhatte. »Kannst du die nicht abnehmen?« beklagte ich mich. Doch Reece schüttelte mit den Kopf. »Kommt gar nicht in Frage.« Abermals zog ich einen Schmollmund und kniff meine Augen zusammen. Mir kam die Idee, ihn über Holly und dessen Tod näher auszufragen. Schließlich war es immer noch meinen Ziel, ihren Mord aufzuklären. Und ihren Geist hatte ich es auch versprochen. Mehr oder weniger. »Wie hast du Holly eigentlich kennengelernt?« fing ich an und zog meine Beine wieder zurück unter die Decke. Leicht stirnrunzelnd sah mich Reece an. Er zündete sich erneut eine Zigarette an, ehe er antwortete: »Auf einer kleinen Geburtstagfeier meiner Tante.« Er senkte den Blick und studierte stattdessen den Teppichboden. »Habt ihr euch schon vorher gekannt?« fragte ich weiter nach und schaute ihn neugierig an. »Nein.« Er nahm einen langen Zug von der Zigarette. »Hätte ich sie nicht kurz kennengelernt, würde ich sie gar nicht weiter beachten.« Autsch, das klang hart. »Aber ihr wart doch Freunde, oder?« erkundigte ich mich, worüber Reece ein klein wenig lächeln musste. »Freunde? Wird das hier ein Verhöhr?« Scheinbar hatte er meinen Plan durchschaut, denn sein Blick wurde hart. Ich hob die Hände. »Natürlich nicht!« rief ich sofort. »Ich möchte doch nur, das der Mord an ihr aufgeklärt wird.« Ernst und zugleich ungläubig sah er mich an. »Falls du immer noch glaubst, ich hätte sie umgebracht, stimmt das nicht. Suche deine Verdächtigen im engeren Kreise.« Ich hob eine Augenbraue und sah ihn unsicher an. »Im engeren Kreise? Was meinst du damit?« Ich beugte mich weit nach vorne. Reece schnippte den Zigarettenstümmel wieder aus dem Fenster. »Vielleicht solltest du in den eigenen Reihen nach Verdächtigen suchen?« Er zuckte mit den Schultern. »Wie du das anstellst, ist mir egal. Bis auf weiteres bleibst du meine Gefangene.«

Kapitel 48

Während der Fahrt musste ich wohl wieder eingedöst sein. Erst als der Wagen zum stehen kam, öffnete ich langsam meine Augen. Doch ich erblickte nicht die vertraute Umgebung und der Straße, wo ich wohnte. Im Gegenteil, wir befanden uns plötzlich auf einer einsamen Bundesstraße. »Wo sind wir?« fragte ich verwirrt. »Haben Sie sich verfahren?« rutschte es mir raus und ich öffnete ungläubig die Augen. Zum ersten Mal drehte sich der Fahrer um und ich schnappte nach Luft. »Das kann ich nicht glauben...!« rief ich. Vor mir saß Reece Howard, der mich mich ernster Miene anschaute. Schlagartig wurde ich hellwach. »Was zum Teufel...!? Spinnst du eigentlich?« Eine ziemlich überflüssige Frage... (Und ich sehe Geister...) Doch Reece schien meine Reaktion vorhergesehen zu haben, und lehnte sich etwas weiter vor. »Betrachte dich als vorübergehnde Geisel. Nur solange, bis der Fall aufgeklärt habe. Denn ich habe Holly nicht umgebracht.« Mein Ärger wuchs. »Und du glaubst, eine Entführung macht das alles besser?!« Reece zuckte mit den Schultern. »Wenn du dich kooperativ verhälst, kann dir auch nichts passieren. Sonst bin ich gewzungen, andere Mittel anzuwenden.« Ich schwieg und ließ mich auf den Rücksitz zurückfallen. Das entlockte Reece ein Lächeln. »Na also. Das klappt doch schon ganz gut mit uns beiden.« Betrübt schaute ich aus dem Fenster. »Und wo fahren wir bitteschön hin?« Während er den Motor wieder startete, und das Radio aufdrehte, blieb mir eine Antwort verwehrt.

Nach einer gefühlten Ewigkeit hielten wir in einer kleinen Stadt namens Lock Haven an. Wir waren also schon über die Grenzen hinaus. Es war eine Kleinstadt, und sie sah bezaubernd aus. Leider konnte ich das alles nicht wirklich genießen. Auch wenn mir Reece bisher nichts angetan hatte, war mir unwohl zumute. Wir hielten an einen unscheinbaren Gebäude im Zentrum an. Als Reece ausstieg und um das Auto ging, beobachtete ich jedem seiner Schritte. Die Geste, die Tür zu öffnen, hatte nichts Herzliches. Stattdessen wies er mich im rauen Ton an, auszusteigen. Nur mühsam kam ich auf die Beine, da wir so viele Stunden gefahren sind. »Wenn du versuchst zu fliehen oder Hilfe rufst, werde ich dich töten.« Ich schluckte und nickte. »In Ordnung.« Natürlich wollte ich Hilfe holen. Wir gingen auf den Eingang zu. Ich stellte sobald fest, das es sich um eine kleine Pension handelte. Die Rezeption war unbesetzt. Während Reece eine Klingel betätigte, wies er mich mit einen Nicken an, hinüber zu ihm zu kommen. »Wir geben uns als ein Paar aus, das ein paar Tage in Lock Haven verbringen will. Verhalte dich vollkommen normal. Und keine Spielchen!« rief er mir leise und bedrohlich zu. Mir blieb nichts anderes übrig, als dem all zuzustimmen. Augenblicke später erschien von einen Hinterraum ein kleiner, älterer Mann. Er begrüßte uns freundlich und lächelte hinter seiner kleinen Nickelbrille hervor. In dem Moment kam ich mir unendlich schuldig vor, das der Mann gar nichts von alldem wusste, wer eigentlich vor ihm stand. Reece übernahm das Reden, während ich nur zuhörte und manchmal zustimmend nickte oder lächelte. Als alle Formularitäten erledigt waren, deutete der ältere Mann auf die Treppe, die in den ersten Stock führte. Erstaunlicherweise sah das Zimmer sauber und ordentlich aus. Vielleicht nur etwas altmodisch und einfach eingerichtet. Ich musste wohl nicht erwähnen, das nur ein einziges Bett im Raum stand. Ein Schauer lief mir über den Rücken. »Du willst doch nicht etwa, das wir uns beide ein Bett teilen!?« rief ich leicht nervös. Erneut kam es mir vor, als würde ich Liam betrügen. Nur das dies hier ungewollt war. Reece, der am Fenster stand und auf die Straße schaute, drehte sich zu mir um. Er hatte sich eine Zigarette angezündet und der Qualm verbreitete sich auch sogleich im Zimmer. »Rauchen kannst du auch draussen...« murmelte ich. Reece, der äußert erfreut über meine Reaktion erschien, antwortete: »Natürlich nicht. Allerdings lasse ich der Lady den Vortritt, das Bett zu nutzen. Ich werde ohnehin nicht großartig dazukommen, zu schlafen.« Ich sezte mich aufs Bett und seufzte erleichtert. Da hatte ich wenigstens eine Sorge weniger. »Na ein Glück...« murmelte ich wieder vor mich hin. Doch ehe ich mich versah, bließ Reece unmittelbar neben mir den Rauch seiner Zigarette aus. Mein Herz schlug gleich einen Takt schneller und ich verkrampfte mich. »Natürlich gibt es da ein paar kleine Einschränkungen.« flüsterte er mir zu. Langsam drehte ich mich zu ihm um und sah ein bitterböses Grinsen. Das bedeutete sicherlich nichts Gutes. Und als er wahrhaftig ein paar Handschellen hervorholte, wäre ich beinahe aufgesprungen... oder hätte geschrieen... oder ihn geschlagen... irgendetwas. Doch nichts dergleichen geschah. Stattdessen schaute ich wie hypnotisiert auf die beiden Teile. »D-das ist nicht dein Ernst...!« rief ich und schaute ihn panisch an. Als er meinen Arm umfasste, schrak ich heftig zusammen. »Keine Sorge.« rief er unbekümmert und nahm einen weiteren Zug von seiner Zigarette. »Es dient nur der Sicherheit. Und um dir deine Angst zu nehmen, ich werde dich am Bettgestell anbringen.« Wie schlimm konnte es eigentlich noch kommen!? Erst die Entführung und dann würde ich an das Bett gefesselt werden? Wie gerufen kamen da alle die schrecklichen Erinnerungen von Aaron und dem einen Spinner vom Chat wieder hoch. Eine Welle der Übelkeit überrollte mich und ich schnappte nach Luft. »N-Nein...« brachte ich hervor, während ich mich behrrschen musste, keinen Heulkrampf zu bekommen. Reece schien das völlig gleichgültig zu sein. Er stand auf und steckte die Handschellen wieder ein. »Fang bloß nicht an zu heulen.« riet er mir und schaute wieder aus dem Fenster. Ich schluchzte ein paar Mal, zwang mich dann aber, ruhig zu bleiben. Minuten der Stille verstrichen. »Was ist eigentlich mit sauberer Kleidung?« fragte ich kleinlaut. Ich drehte mich zu ihm um, vermied aber jeglichen direkten Blickkontakt. Auf der Suche nach einen Aschenbecher wirkte Reece nachdenklich. Wie nicht anders zu erwarten, gab es in diesem Raum keinen. Kurzerhand machte er das Fenster auf und schnippte sie nach draussen. Kaum hatte er es wieder geschlossen, zündete er sich die Nächste an. Er zuckte mit den Schultern und ich zog einen Schmollmund. Wenn wenigstens saubere Unterwäsche dabei wäre...

Als die zweite Zigarette fast aufgeraucht war, kramte Reece in seiner Tasche und holte sein Portemonnaie hervor. Neugierig musterte ich ihn. »Damit du nicht auf dumme Ideen kommst, gehen wir selbstverständlich zusammen.« Wäre meine Lage nicht so verdammt ernst gewesen, hätte ich am liebsten laut losgelacht. War das sein voller Ernst? Ich suchte nach einer Regung in seinen Gesicht, einen Zucken, irgendwas, doch Reece meinte es tatsächlich so. Mir blieb wohl nichts anderes übrig, als dem zuzustimmen. Auch wenn es mir ganz und gar nicht gefiel. »Du wirst doch wohl dazu nicht deine persöhnliche Meinung abgeben, oder?« fragte ich argwöhnisch nach. Doch er grinste mich wieder nur an. »Wenn du es so willst...« »NEIN!« rief ich sofort und war ein Kissen nach ihm, was er mit Leichtigkeit abfing. »Was sollte das?« Er hob eine Augenbraue und schaute mich missbilligend an. Ich hob entschuldigend die Hände, obwohl es lächerlich war. Es war meine Intimsphäre und nur eine einzige Person sollte daran teilhaben. Schließlich stand ich auf und wartete darauf, das wir wieder nach unten gingen. Als wir wieder in das Auto stiegen, wies mich Reece diesmal an, vorne neben ihn zu sitzen. Wir blieben nicht in Lock Haven sondern fuhren in eine andere Stadt. Ich erfuhr wieder nichts und schaute etwas gefrustet aus dem Fenster. Meine Gedanken schweiften zu Liam. Hatte er mitbekommen, das etwas nicht stimmte? Mir kamen beinahe wieder die Tränen und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als in seinen Armen zu liegen. Plötzlich fiel mir ein, das ich in meiner Tasche noch mein Handy hatte! Warum bin ich darauf nie schon viel früher gekommen? Während Reece konzentriert fuhr, zog ich langsam meinen einzigen Retter hervor. Natürlich drehte ich Reece den Rücken zu und tippte mit zittrigen Fingern eine Nummer ein. Doch in dem Moment wurde ich herumgerissen und er schaute mich mit wütenden Blick an. Ein bedrohliches Knurren drang aus seiner Kehle und er entriss mir, obwohl er nebenbei noch Auto fuhr!, das Handy und warf es kurzerhand aus dem offenen Fenster. Geschockt schaute ich ihn an. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich ein weiteres, brandneues Handy verloren. »W-was...« stotterte ich und schaute mit traurigen Blick auf den hinteren Teil der Straße. »Spinnst du!? Das war so gut wie neu und ...« Mir fielen die Worte. Doch Reece´s Antwort ließ mich augenblicklich erstummen, als er wütend auf mich einredete: »Du verdammtes Miststück!« Gab es keine anderen Audrücke? Irgendwoher kannte ich das doch... »Ich habe dir gesagt, du sollst keine Spielchen mit mir spielen!« Er schrie beinahe und ich wollte mir schon die Ohren zuhalten. Wäre es möglich gewesen, hätte er mich geschlagen. Langsam fragte ich mich, was Holly wirklich, wirklich an diesem Typen fand. Er war herzlos, kalt und ihm war vieles gleichgültig. Wie konnte sie nur an solch einen Typen ihr Herz verloren haben?

Kapitel 47

Ja, es sollte noch schlimmer werden. Wenn ich geahnt hätte, was an dem Tag noch alles passieren würde. Als ich unten im Foyer ankam, wurde ich wie durch magische Hände in Richtung Pathologie geschoben. Eigentlich wollte ich nach Hause. Doch aus irgendeinen unerfindlichen Grund steuerte ich stattdessen diese Abteilung an. Seid meinen letzten Besuch schien sich nicht viel geändert zu haben. Alles war gleich geblieben. Ich wusste nicht so recht wohin mit mir, doch meine Beine sehr wohl. Ehe ich mich versah, war ich einen der Räume gelandet, wo die Leichen untersucht wurden. Gerade, als ich mich wieder zum gehen bewegen wollte, begann das Licht zu flackern. Ok, im ersten Moment nichts besonderes. Ich dachte mir, da war bestimmt eine Leitung defekt. Doch das sollte nicht das Einzige gewesen sein. Mir fielen beinahe die Augen heraus, als sich Metallschubladen wie von Geisterhand öffneten. Ich begann zu zittern und wollte weglaufen. Hastig rannte ich zur Tür doch ich merkte, das der Knauf verschlossen war. Wer um Himmels Willen hatte abgeschlossen!? Panik überfuhr mich wie ein schwerer Laster und ich erinnerte mich an die Szene in Valeries Elternhaus. Würde jetzt gleich eine schreckliche Fratze mich heimsuchen? Es hörte auf zu flackern, doch das Licht wurde schwächer. Ich drückte mich voller Angst gegen die Tür. Das Atmen fiel mir schwer und meine Angst verschnürte mir die Kehle nur noch mehr. Ich dürfte nur nicht ohnmächtig werden! Und da, im Halbdunkeln konnte ich wie im Gästezimmer der älteren Dame eine Gestalt ausmachen. Alles ein Spiel des Geistes, versuchte ich mir einzureden. Und da, in einer Ecke konnte ich eine hauchdünne Gestalt erkennen. Eigentlich hätte ich daran gewöhnt sein müssen, doch ich konnte es immer noch nicht ganz fassen. Anders, als im Gästezimmer, konnte ich immer deutlicher erkennen, um wen es sich dabei handelte! Holly Diaz!

Die Kleidung, die sie trug, war verwaschen und durchsichtig. Und Blutbefleckt, was mein Herz zusammenkrampfen ließ. Zitternd streckte ich meine Hand aus. Holly kam näher. Sie schwebte langsam auf mich zu, ihr Blick unendlich traurig. »Was willst du mir damit sagen?« flüsterte ich, doch ich erhielt keine Antwort. Als sie vor mir zum stehen kam, schaute ich sie ehrfüchrtig an, ausserstande mich zu bewegen. Erneut blieb mir die Luft weg. Jede Bewegung, die ich tat, könnte sie als Bedrohung auffassen. Mit unergründlicher Miene schaute sie mich an, wie es Liam getan hatte. Allerdings verspürte sie keinen Hass. Es musste etwas anderes sein. »Ich werde deinen Mörder finden.« versprach ich ihr. »Du musst mir nur mehr Zeit geben.« Holly nickte kaum merkbar. »Ist es jemand, den ich kenne?« Holly neigte leicht den Kopf und beobachtete sie mich. Wollte sie abschätzen, wie ich auf ihre Antwort reagieren würde? Als sie ihren Kopf wieder richtete, nickte sie abermals, zögerlich. Das ließ mir weitere zehntausende von Bildern und Situationen durch den Kopf jagen. Das Licht begann erneut zu flackern und plötzlich wurde der Knauf umgedreht. Als die Tür schwungvoll geöffnet wurde, fiel ich geradewegs nach hinten, was meiner Schulter gar nicht gefiel. Der Schmerz durchzuckte meine gesamten Knochen und ich schrie. Gesichter beugten sich über mich, die ich nicht zuordnen konnte. Das Einzige, was ich wollte, das diese Schmerzen aufhörten. Ich spürte, wie eine Spritze durch meinen Arm gejagt wurde, was meine Gefühle zu betäubten. Der Schmerz wich einem Pulsar. Als man sicherging, das ich niemanden schlagen würde, oder dergleichen, half man mir auf. Anfangs war mein Blick verschwommen, doch ich erkannte, das es Männer waren, die wohl hier arbeiteten. »Alles in Ordnung mit Ihnen? Wir haben merkwürdige Geräusche aus dem Raum gehört...« versuchte mir einer der Männer zu erklären. Ich nickte nur verwirrt. »Keine Ahnung...« antwortete ich. Es herrschte das totale Chaos in meinen Kopf. »Möchten Sie etwas trinken? Ruhen Sie sich kurz aus, danach rufen wir Ihnen einen Taxi.« was für eine grandiose Idee. Nichts lag mir näher, als nach Hause zu kommen. Ganz gleich, ob Liam immer noch wütend auf mich war. Das Angebot, mich in einen kleinen seperaten Raum auszuruhen, nahm ich dankend an. Ja, ich fiel sogar in einen zehnmüntigen Schlaf, ehe ich ohne erfindlichen Grund die Augen öffnete. Nachdem ich sicher gestellt hatte, nicht gleich umzukippen, ging ich auf die Tür zu. Auf den Gang suchte ich nach einer Menschenseele, die mir ein Taxi rufen könnte. Als ich niemanden entdeckte, ging ich vor zur Rezeption und bat eine Mitarbeiterin, mir ein Taxi zu rufen. Ich bedankte mich und ging nach draussen. Die frische Luft tat gut und ich ging auf den Bürgersteig, um auf das Taxi zu warten.

Ich freute mich dennoch innerlich darauf, Liam zu sehen. Da keimte die Hoffnung auf, das er sich doch wieder beruhigt hatte. Ja, wir konnten doch einfach bei einer Tasse Tee alles klären. Ich würde ihn alles erzählen, was passiert war, wo er in der Zwischenzeit fort war. Auch die Beziehung zwischen Nathan. Sie war rein geschäftlich. Den Einzigen, den ich doch liebte, war Liam. Und niemand anderes. Das musste ich ihn verständlich machen. Ich war so sehr in Gedanken versunken, das ich gar nicht merkte, wie ein Auto vor mir hielt. Natürlich ging ich davon aus, das es das Taxi war. Und auch der zuvorkommende Fahrer hielt mir die Tür offen, und ich stieg ein. Scheinbar hatten mich die Schmerzmittel mein Sehvermögen erheblich beeindträchtigt. Hätte ich sonst merken sollen, dass es eigentlich gar kein richtiges Taxi war? Ich ließ mich auf den Sitz fallen und glaubte, der Fahrer wusste schon, wohin es ging. »Hat Ihnen die Rezeption Bescheid gegeben?« fragte ich und schaute nach draussen. Mich überkam abermals eine Müdigkeit und mein Kopf fühlte sich schwer an. Nebenwirkungen? Der Fahrer nickte und seine Augen spiegelten sich im Innenspiegel. »Selbstverständlich Miss.« Ich nickte zufrieden und schloss die Augen. Es war seltsam. Dabei hatte ich doch gerade geschlafen, wenn auch nur ein paar Minuten. Ich hoffte, Liam bald in die Arme schließn zu können und ihm alles zu erklären.

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